Kennst du das Gefühl, wenn du beim dritten Regenschauer in einer Woche merkst, dass deine alte Regenjacke einfach nicht mehr dicht ist? Genau in dem Moment denken viele Näherinnen zum ersten Mal daran, selbst eine Regenjacke zu nähen. Klingt nach einem größeren Projekt, ist aber gut machbar - wenn du den richtigen Stoff für eine Regenjacke wählst. Und genau da liegt oft der Knackpunkt, denn nicht jeder wasserabweisende Stoff hält auch wirklich Wasser ab.

Bei modestoffe begegnen uns täglich Fragen dazu, welcher Stoff sich für welchen Zweck eignet. Bei einer Regenjacke geht es nicht nur um schön aussehen, sondern vor allem um Funktion. Der Stoff muss dicht sein, er muss atmen können und er muss die Nähte mitmachen, ohne dass später Wasser durchsickert. Lass uns gemeinsam durchgehen, worauf es wirklich ankommt.

Was macht einen Stoff regendicht?

Ein echter Regenjacken-Stoff besteht meistens aus einer Kombination von zwei Materialien: einer robusten Trägerschicht aus Polyester und einer Beschichtung aus Polyurethan. Diese PU-Beschichtung ist das, was das Wasser tatsächlich draußen hält. Ohne sie wäre der Stoff nur wasserabweisend, aber nicht wasserdicht - und das ist ein großer Unterschied, den viele beim ersten Nähprojekt unterschätzen.

Unser Regenjacken-Stoff besteht aus 55% Polyester und 45% Polyurethan, ist 142 cm breit und wiegt 225 Gramm pro Quadratmeter. Das ist ein Gewicht, das sich gut verarbeiten lässt, ohne steif oder klobig zu wirken. Die Polyesterfasern sorgen für Stabilität und Reißfestigkeit, das Polyurethan für die Wasserdichtigkeit. Zusammen ergibt das einen Stoff, der auch bei Dauerregen standhält und trotzdem noch angenehm zu tragen ist.

Warum nicht einfach jeden wasserabweisenden Stoff nehmen?

Viele Stoffe sind wasserabweisend beschichtet, aber das hält nur einen leichten Nieselregen ab. Bei einer richtigen Regenjacke willst du einen Stoff, der auch bei stundenlangem Regen dicht bleibt. Deswegen lohnt es sich, genau hinzuschauen, was auf dem Etikett steht und welche Beschichtung tatsächlich verwendet wurde.

Varianten für Outdoor-Kleidung im Überblick

Neben dem klassischen Regenjacken-Stoff gibt es noch andere Materialien, die sich für wetterfeste Kleidungsstücke eignen oder gut dazu kombinieren lassen. Hier ein paar Varianten, die bei uns oft gefragt werden.

Softshell Stoffe

Softshell ist der große Bruder vom Regenjacken-Stoff. Er ist meist dicker, hat oft eine Fleece-Innenseite und ist wasserabweisend statt komplett wasserdicht. Für eine Übergangsjacke oder Wanderjacke ist Softshell eine tolle Wahl, weil er wärmt und trotzdem beweglich bleibt.

Polar Fleece Stoffe

Fleece selbst ist nicht wasserdicht, aber als Innenfutter einer Regenjacke ist es Gold wert. Es hält warm, trocknet schnell und fühlt sich auf der Haut angenehm weich an. Viele kombinieren eine Außenschicht aus Regenjacken-Stoff mit einem Innenfutter aus Fleece.

Teddystoff Meterware

Für eine kuschelige Winterversion der Regenjacke, etwa für Kinder, ist Teddystoff als Futter eine schöne Option. Er ist dick, warm und macht aus einer einfachen Regenjacke ein richtiges Winterkleidungsstück.

Stonewashed Leinenstoff

Klingt erstmal ungewöhnlich bei Regenjacken, aber Leinen wird gerne für leichte Sommerjacken mit imprägnierender Nachbehandlung verwendet. Es ist nicht die erste Wahl für starken Regen, aber für einen leichten Sommerregen mit Imprägnierspray durchaus brauchbar.

Verarbeitungstipps für Regenjacken-Stoff

  • Nutze eine Jeansnadel oder Universalnadel Größe 90-100, damit der Stoff nicht unnötig durchlöchert wird
  • Klammern statt Stecknadeln verwenden, da Nadellöcher im PU-beschichteten Stoff sichtbar bleiben können
  • Nähte anschließend mit Nahtband oder Bügelband abdichten, sonst kommt Wasser durch die Stichlöcher
  • Stichlänge etwas größer wählen, etwa 3 bis 3,5 mm, das reduziert die Perforation
  • Vor dem Nähen einen Teststreifen nähen, um die Fadenspannung richtig einzustellen
  • Kein Dampfbügeln direkt auf die beschichtete Seite, sonst kann sich die PU-Schicht verformen
  • Reißverschlüsse möglichst wasserdicht wählen oder mit einer Sturmleiste abdecken

Wie triffst du die richtige Wahl?

Frag dich zuerst, wofür die Jacke wirklich gedacht ist. Für einen Regenschauer auf dem Fahrrad reicht ein leichterer Softshell oft aus. Für einen Regentag beim Wandern oder für Kinder, die stundenlang draußen im Matsch spielen, würde ich immer zum echten PU-beschichteten Regenjacken-Stoff raten. Er ist der einzige, der wirklich dicht hält, auch wenn es mal richtig schüttet.

Denk auch ans Futter. Ein Regenjacken-Stoff allein kann sich etwas kühl anfühlen, deswegen ist die Kombination mit Fleece oder einem leichten french terry stoff als Innenfutter eine schöne Lösung. So bekommst du eine Jacke, die außen dicht ist und innen weich und warm bleibt.

Fazit

Für eine wirklich wasserdichte Regenjacke führt kein Weg an einem Stoff mit Polyurethan-Beschichtung vorbei. Er ist stabil, dicht und trotzdem angenehm zu verarbeiten. Schau dir unser Angebot bei stoffe outlet an, dort findest du manchmal auch passende Reststücke für kleinere Projekte wie Kinderjacken oder Regencapes. Und wenn du noch Inspiration brauchst, schau regelmäßig bei unseren neue stoffe vorbei, da kommt immer wieder Spannendes für Outdoor-Projekte dazu.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Regenjacken-Stoff auch für Regenhosen geeignet?

Ja, dieselbe Eigenschaft, die den Stoff wasserdicht macht, funktioniert genauso gut für Regenhosen, Matschhosen oder Regencapes. Achte nur darauf, die Nähte auch dort gut abzudichten.

Muss ich den Stoff vorwaschen?

Nein, bei PU-beschichteten Stoffen solltest du das Vorwaschen in der Waschmaschine vermeiden, da die Beschichtung darunter leiden kann. Ein feuchtes Abwischen reicht völlig aus.

Kann ich den Stoff auch bügeln?

Nur mit niedriger Temperatur und am besten mit einem Tuch dazwischen, damit die beschichtete Seite nicht direkt mit dem heißen Bügeleisen in Berührung kommt.

Welches Futter passt am besten zum Regenjacken-Stoff?

Fleece oder French Terry sind eine schöne Wahl, weil sie warm halten und Feuchtigkeit von der Haut wegtransportieren, während der äußere Stoff das Wasser abhält.